Romana Abends
GEIST UNSERER ZUCHT

Exzellenz beginnt,
wo das Pferd Pferd sein darf.

Was bei uns entsteht, hat Provenienz — nicht bloß Abstammung, sondern einen bezeugten Zusammenhang aus Boden, Auge, Aufzucht und Geschichte.

01 — GRUNDSTEIN

Wo Boden und Geist
zueinanderfinden.

Zucht beginnt nicht mit dem Zugriff.
Sie beginnt mit der Bereitschaft, hinzusehen.

Es wächst aus Boden, Futter, Stute, Herde, Licht, Jahreszeit, Mensch und Zeit. Alles wirkt aufeinander.
Alles spricht mit. Wer züchtet, tritt in diesen Zusammenhang ein — und muss lernen, das Ganze zu sehen, bevor er das Einzelne beurteilt.

Gute Zucht erkennt das Mögliche, bevor es offensichtlich ist. Sie baut dem schönen Zufall ein Gefäß.

Grundstein der Zucht
02 — DIE AUFZUCHT

Freiheit wird kostbar, wenn sie es sein darf.

Die ersten Jahre sind keine Wartezeit. Fohlen heranziehen, erziehen, an den Weidezaun gewöhnen und festhalten, wenn ein entzündetes Auge behandelt werden muss. All das ist der stille, vertrauensbildende Baugrund eines Pferdelebens.

Die Ordnung und ihr Gegengewicht: Weite. Widerstand und ebenso viel Nähe. Grenze und Wiederkehr.

Unsere Fohlen und Jungpferde wachsen in einem Raum auf, in dem sie all dies reichlich vorfinden. Und wir finden: Wer Pferde nur in Boxen denkt, denkt bald auch die Pferde zu klein.

Wir erzwingen keine Frühreife. Wir begleiten Reifung.

Denn ein Pferd, das später tragen soll, muss zuvor selbst getragen worden sein: vom durch Erfahrung geläuterten züchterischen Blick, mit großer Hingabe.

Zwischen den Zeilen merkt man schon: Der rechte Umgang beginnt für uns im Denken, oder gar schon davor. In der Art, wie wir ein Tier ansehen, bevor wir mit ihm arbeiten. Der Blick verpflichtet uns zu täglicher Sorgfalt.

So entsteht keine Maschine, die bloß funktioniert. Es entsteht ein starkes, eigenständiges Wesen, das sich ordnen kann, ohne sich zu verlieren.

Aufzucht auf der Weide
03 — WAS SICH ZEIGT

Was wahrhaft geordnet ist, erscheint als Schönheit.

Was sich erst erklären muss, kommt zu spät. Das gilt auch für die Zucht. Gute Zucht zeigt sich für uns im Pferd am Ort: am Reitplatz, beim Ausritt im Wald und beim Schmusen.

Wörter dürfen derweil auf der Tribüne sitzen und sich selbst jausnen. Wie in der Kunst: Intellektualisieren über ein Werk kann eine reizende Sache sein. Es kann und wird dennoch nie das Phänomen ersetzen, wenn uns etwas trifft.

Und getroffen werden wir von der Gesamtheit der anmutigen Erscheinung: Fundament. Schulterfreiheit. Ein Rücken, der trägt. Eine Hinterhand, die Kraft nicht nur behauptet, sondern gibt. Über allem aber der Augenaufschlag, in dem sich das Wachsein bezeugt.

Wo der Körper nicht bloß Maschine ist, ist er begeistert. Körper und Geist stehen nicht nebeneinander; sie erscheinen gemeinsam in der Form. Dort zeigt sich Schönheit nicht als Schmuck, sondern als Wahrheit des Ganzen.

So kommen wir zu dieser Formel:

Wo Maß gerecht wird, entsteht Form. Wo Form lebendig bleibt, erscheint Wohlgestalt. Und wo diese leichte Schönheit anhebt, beginnt sich züchterische Exzellenz zu zeigen.

Was sich zeigt

Dann wird Leistung nicht aufgesetzt. Sie tritt hervor — als natürliche Folge von Stimmigkeit.

04 — ENTSPRECHUNG IN DER BEGEGNUNG

Nicht in die besten Hände — in die richtigen.

Ein Pferd kann korrekt gebaut und klar im Kopf sein und potenziell trotzdem am falschen Platz landen. Denn die eine Hälfte einer guten Verbindung ist das Pferd. Die andere ist der Mensch, der es übernimmt. Oder richtiger: verantwortlich zeichnet. Aber wenn das trefflich eintritt, dann kann ein Zuchtvorhaben aufgehen.

Darum sehen wir, wenn jemand zu uns kommt, nicht nur auf das Pferd, sondern was sich in der Begegnung oder dem Kontakt zeigt: diese undefinierbare Qualität, die sich als Fünklein offenbart und doch schon alles mit sich bringt.

Bei uns ist die Frage daher mitnichten, wer am schnellsten zugreift, sondern wem dieses eine Pferd wirklich entspricht. Speziell Romanas Aufmerksamkeit gilt dabei oft einer schlichten Frage: „Wem geht das Pferd zu?“

Am Ende verlässt uns kein Pferd, das nicht auch hätte bleiben dürfen. Und keines geht dorthin, wo wir nicht ruhig schlafen.

Lernen wir uns kennen →
Die richtigen Hände